(11.08.10) Das diesjährige Sommerloch wird von allen Seiten ausgiebig mit Kommentaren und Ideen zum Verhältnis der Schweiz zur Europäischen Union gefüllt. Leider bleibt dabei meistens das Wesentliche aussen vor.
Die Schweiz verfügt über Dienstleistungs-, Produktions- und Handelsbranchen, die auf internationale Märkte – hauptsächlich Europa – ausgerichtet sind und zur Zeit sehr konkurrenzfähig dastehen. In diesen Bereichen werden die Gelder verdient, die wir dann in der sozialen Wohlfahrt, der Infrastruktur, Bildung, Sicherheit und Landschaftspflege wieder ausgeben.
Die Grundvoraussetzung für unseren Erfolg ist der ungehinderte Zugang unserer Wirtschaft zu den ausländischen Märkten – und da natürlich zum europäischen Markt, dem wichtigsten von allen. Dieser Zugang konnte dank der bilateralen Verträge – nach der Stagnation in den 90er-Jahren – wieder auf ein tragfähiges Fundament gestellt werden.
VSIG Handel Schweiz fordert die Weiterführung des bilateralen Weges, so lange dieser die Wirtschaftsbeziehungen zur EU zufriedenstellend sicherstellt. Sobald dies nicht mehr gewährleistet ist – zum Beispiel weil der EU unser Sonderweg zu kompliziert wird – kommen die Optionen EWR- und EU-Mitgliedschaft auf dem Tisch. Und wer meint, diese mit Hilfe irgendwelcher Mythen, Partikularinteressen oder Wunschvorstellungen sofort wieder runterwischen zu müssen, der zeigt, dass er entweder nicht versteht, dass fürs Geldverdienen auch gute Rahmenbedingungen herrschen müssen oder dass ihm die Schweizer Wirtschaft als Ganzes egal ist.
Denn am Schluss ist die Rechnung ganz einfach: Wir können uns unsere Wohlstandsgesellschaft nur leisten, wenn wir Geld verdienen. Dieses verdienen wir im Ausland. Und wir müssen selber dafür sorgen, dass wir mit unserem mit Abstand wichtigsten Handelspartner gut wirtschaften können. Deshalb muss der Bundesrat – unbeirrt vom politischen und medialen Störfeuer – freie Hand haben, die Weiterentwicklung des bilateralen Weges, den EWR-Beitritt und die EU-Mitgliedschaft vorurteilslos zu prüfen, die jeweiligen Vor- und Nachteile aufzulisten und dann dem Parlament und dem Volk den weiteren Weg vorschlagen.
Eigentlich eine sehr schweizerische Art, Probleme zu lösen.
Kontaktpersonen für weitere Auskünfte:
Kaspar Engeli, Direktor, Handel Schweiz: Tel. 061 228 90 33
Ueli Stursberg, 1. Sekretär, Handel Schweiz: Tel. 061 228 90 31
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